Nationaler Emissionshandel: Jetzt Carbon-Leakage-Kompensation beantragen.

Was versteht man unter dem sogenannten „Carbon Leakage“?

Seit der Einführung der nationalen CO₂-Bepreisung besteht für viele Unternehmen, die am nationalen Emissionshandel teilnehmen müssen, ein großer Wettbewerbsnachteil. Denn die massiven Umwelt- und Klimaschutzauflagen bringen einen erheblichen Kostenanstieg, der viele Unternehmen nachhaltig und spürbar im internationalen Handel beeinträchtigt. Das hat zur Folge, dass deutsche Unternehmen Ihre Produktionsprozesse und die damit verbundenen Emissionen ins Ausland verlagern könnten. Diese Verlagerung von Kohlenstoffdioxidemissionen in Drittstaaten werden im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems als „Carbon Leakage“ bezeichnet.

Im Allgemeinen bezeichnet Carbon Leakage die Verlagerung von CO2-Emissionen, die in Nicht-EU Drittstaaten unter das Europäische Emissionshandelssystem fallen. Die Verordnung über notwendige Maßnahmen zur Vermeidung von Carbon Leakage durch den nationalen Brennstoffemissionshandel (BECV) auf der Basis von § 11 Absatz 3 BEHG ist bereits am 28.07.2021 in Kraft getreten (BGBl. I S. 3129).

Nun können im Zuge dieser Verordnung entsprechende Carbon-Leakage-Kompensationen im Rahmen des nationalen Emissionshandels beantragt werden. Wir erklären Ihnen hier, welche Schritte zu tun sind und worauf zu achten ist.

Carbon-Leakage-Kompensation: Das Formular-Management-Systems (FMS).

Die deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) als zuständige Behörde für Zahlungen von Beihilfen an Unternehmen aus CarbonLeakage-gefährdeten Sektoren gemäß BEHG sowie der BECV hat das Formular-Management-System (FMS) zur Beantragung von Carbon-Leakage-Kompensation im Rahmen des nationalen Emissionshandels (BECV) veröffentlicht.

Mit Einführung des Formular-Management-Systems (FMS) kann die Antragstellung für Unternehmen aus beihilfeberechtigten Sektoren und Teilsektoren gestartet werden. Beachten Sie dabei: Jeder Antrag ist durch eine*n Wirtschaftsprüfer*innen zu verifizieren.

Wie funktioniert die Antragstellung für die Carbon-Leakage-Kompensation über das Formular-Management-System (FMS)?

Im ersten Schritt müssen Sie sich in der FMS-Erfassungssoftware einen Benutzerzugang einrichten, um anschließend einen Carbon-Leakage-Kompensationsantrag stellen zu können. Die Nutzung der FMS-Erfassungssoftware ist verpflichtend, um eine einheitliche Datenbasis gewährleisten zu können. Die Software unterstützt sowohl Antragsteller als auch Wirtschaftsprüfer*innen mit Ausfüllhinweisen und Eingabevalidierungen, um möglichst fehlerfreie und vollständige Datensätze zu erzielen.

Darüber hinaus gibt es begleitende Formulare, deren Nutzung ebenfalls verpflichtend ist. Sie dienen der Erfassung der Eigenschaften importierter Wärmemengen, der Berechnung der Brennstoffmengen, die in nicht hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplung (Kraft-Wärme-Kopplung (KWK))-Anlagen auf die Wärmerzeugung entfallen, sowie der Aufstellung der erwarteten maßgeblichen Emissionsmenge.

Hier finden Sie die ergänzenden Formulare für die Antragstellung:

Weitere wichtige Informationen zur Erstellung und Einreichung des Antrags zur CarbonLeakage-Kompensation finden Sie im „Leitfaden BEHG Carbon Leakage: Antragsverfahren für die Kompensation gemäß § 11 Absatz 3 BEHG und BECV – Hinweise für Unternehmen zur Erstellung eines Kompensationsantrags“.

Welche Fristen müssen für die Carbon-Leakage-Kompensation beachten werden?

Die gesetzliche Frist für das Einreichen der Anträge auf Beihilfe zur Vermeidung von Carbon Leakage für das Abrechnungsjahr 2021 ist der 30.06.2022. Beachten Sie dabei, dass der Antrag vollständig und nach erfolgreicher Prüfung durch eine*n Wirtschaftsprüfer*innen bei der Deutschen Emissionshandelsstelle vorliegen muss.

Der Antrag muss dabei über die virtuelle Poststelle (VPS) mit einer qualifizierten elektronischen Signatur eingereicht werden. Sofern Sie noch keine qualifizierte Signaturkarte vorliegen haben, planen Sie schnellstmöglich die Beantragung der Signaturkarte ein. Denn die Beschaffung und Aktivierung einer QES-Signaturkarte kann unter Umständen bis zu drei Monate dauern.

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Sie haben keine Zeit sich selbst um den Antrag zu kümmern oder sind schlichtweg überfordert? Gerne unterstützen wir von Energiekosten 360 Sie bei der Prüfung Ihrer potenziellen Kompensation sowie der kompletten Antragstellung, fristgerecht und unkompliziert. Vereinbaren Sie hier ein unverbindliches Online-Meeting oder rufen Sie uns direkt an.

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Schutzschild der Bundesregierung: Energiekostenzuschüsse für Unternehmen, die vom Krieg betroffen sind.

Welchen Hintergrund hat der Schutzschild der Bundesregierung?

Seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine ist die aktuelle wirtschaftliche Situation vieler Unternehmen von großer Unsicherheit geprägt. Die ergriffenen Sanktionen treffen nicht nur die russische Wirtschaft hart, sie wirken sich vor allem auch auf die wirtschaftliche Situation von energieintensiven, deutschen Unternehmen aus. Um dem entgegenzuwirken, hat die Bundesregierung nun ein Schutzschild zur Unterstützung für vom Krieg betroffene Unternehmen auf den Weg gebracht. Neben Liquiditätshilfen für Unternehmen umfassen die Maßnahmen auch Zuschüsse zur Kostendämpfung des Erdgas- und Strompreisanstiegs.

 

Schutzschild der Bundesregierung soll zeitnah Abhilfe leisten.

Der Schutzschild der Bundesregierung, welches von Bundesfinanzminister Christian Lindner und Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck auf den Weg gebracht worden ist, enthält ein umfassendes Maßnahmenpaket. Damit sollen Unternehmen unterstützt werden, die von den Sanktionen gegen Russland oder dem Kriegsgeschehen selbst betroffen sind. Die Europäische Kommission hat am 23. März 2022 einen befristeten Krisenrahmen beschlossen, der die notwendige Grundlage für staatliche Hilfen darstellt.  Damit soll betroffenen Unternehmen rasch und unbürokratisch bei der Bewältigung der Herausforderungen geholfen werden.

Beihilferechtliche Grundlage dafür ist i.W. das Temporary Crisis Framework der Europäischen Kommission für Beihilfemaßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft im Zuge des Ukraine-Kriegs. Die Maßnahmen stehen noch unter dem Vorbehalt der beihilferechtlichen Prüfung und ggf. auch der Genehmigung der EU-Kommission. In der aktuellen Situation geht es für Unternehmen vor allem darum, kurzfristig Liquidität sicherzustellen und extreme Erdgas- und Strompreisanstiege in energie- und handelsintensiven Branchen unmittelbar zu dämpfen.

Die Priorität der Maßnahmen liegt darin, Vorsorge zu treffen für den Fall, dass sich die wirtschaftliche Lage der Unternehmen verschlechtert. Um für ein solches Szenario gewappnet zu sein und dann besondere Härten zielgerichtet abfedern und existenzbedrohende Situationen für einzelne Unternehmen vermeiden zu können.

 

Schutzschild der Bundesregierung umfasst zeitlich befristeten Zuschuss für Unternehmen mit hohen Zusatzkosten aufgrund gestiegener Erdgas- und Strompreise.

Unternehmen, die wegen deutlich gestiegener Energiekosten bei Gas und Strom eine besonders starke Belastung spüren, können mit einer Entlastung durch den Schutzschild der Bundesregierung rechnen. Es wird einen zeitlich befristeten und eng umgrenzten Kostenzuschuss geben, der zielgerichtet helfen soll. Genauer gesagt, geht es dabei um den Zeitraum Februar bis September 2022.

Mit der Maßnahme soll auch verhindert werden, dass Unternehmen ihre gestiegenen Kosten vollständig an ihre Kundinnen und Kunden abwälzen. Damit wird eine bezahlbare Versorgung der Bürgerinnen und Bürger gewährleistet.

 

Wie genau gestaltet sich der Zuschuss?

Der zeitlich befristete Kostenzuschuss wird folgende Elemente beinhalten:

  • Einen direkten Zuschuss für Unternehmen, die primär an den steigenden Energiepreisen leiden.
  • Ausgangspunkt für den Zuschuss ist die Preisdifferenz der gezahlten Strom- und Gaskosten im Jahr 2022 im Vergleich zu den im Jahr 2021 angefallenen Kosten.
    Bezuschusst wird demnach anteilig die Preisdifferenz oberhalb einer Verdopplung des Erdgas- und Strompreises (gemäß Vorgabe des Temporary Crisis Framework, TCF).
 

Wie hoch ist die Förderung?

Die Förderung wird in drei Stufen erfolgen:
1) 30% der Preisdifferenz und bis zu 2 Mio. € für Unternehmen, die einer energie- und handelsintensiven Branche gem. dem KUEBLL-Anhang angehören und mind. 3 % Energiebeschaffungskosten nachweisen.
2) Bis zu 50 % der Preisdifferenz und bis zu 25 Mio. € erhalten Unternehmen, die die o.g. Voraussetzungen erfüllen und zudem einen Betriebsverlust aufgrund der zusätzlichen Energiekosten nachweisen.
3) Bis zu 70 % der Preisdifferenz und bis zu 50 Mio. € gibt es für Unternehmen aus den in Anhang 1 zum TCF gelisteten 26 besonders betroffenen Sektoren (u. a. Chemie, Glas, Stahl, Metalle, Keramik) angehören. Voraussetzung ist jedoch, dass sie zudem einen Betriebsverlust aufgrund der zusätzlichen Energiekosten nachweisen können.

Die genannte prozentuale Förderung wird im Juli 2022 einmalig um 10 Prozentpunkte abgeschmolzen.

 

Wann kann mit der finanziellen Unterstützung gerechnet werden?

Der Zeitplan der Bundesregierung sieht vor, das Programm kurzfristig zu konkretisieren und aufzusetzen. Für den gesamten Förderzeitraum ist nach erster vorsichtiger Schätzung mit bis zu rund 5-6 Mrd. € Haushaltskosten zu rechnen. Jedoch sind viele Determinanten der Programmkosten schwer kalkulierbar, wie beispielsweise die Gas- und Strompreisentwicklung bis September 2022.

 

Wie kann der Zuschuss beantragt werden?

Wir von Energiekosten 360 GmbH übernehmen das gerne für Sie und unterstützen Sie bei den Förderanträgen. Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an, um den Start der Förderung nicht zu verpassen. Oder melden Sie sich direkt bei uns, um die notwendigen Schritte zu besprechen.

 

Weitere Maßnahmen im Schutzschild der Bundesregierung.

Neben dem zeitlich befristeten Zuschuss gehören zu den Maßnahmen ein geplantes KfW-Kreditprogramm sowie das Bürgschaftsprogramm. Beide Maßnahmen sollen zeitnah eingeführt werden:

  • Ein KfW-Kreditprogramm, um kurzfristig die Liquidität der Unternehmen zu sichern. Unternehmen aller Größenklassen erhalten Zugang zu zinsgünstigen, haftungsfreigestellten Krediten. Das Programm wird ein Volumen von circa bis zu 7 Mrd. Euro umfassen.
  • Zudem sollen einzelne, bereits während der Corona-Pandemie eingeführte Erweiterungen bei den Bund-Länder- Bürgschaftsprogrammen für von dem Ukraine-Krieg nachweislich betroffene Unternehmen fortgesetzt werden. Dies betrifft die Bürgschaftsbanken und das Großbürgschaftsprogramm.

 

Energiekosten 360 im Interview beim BVMW – Hohe Energiekosten senken die Wettbewerbsfähigkeit

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BAFA – Tag der besonderen Ausgleichsregelung

Am gestrigen Tag fand die jährliche Veranstaltung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zur besonderen Ausgleichsregelung im EEG (BesAR) im Online-Format statt. In der Folge fassen wir die wesentlichen Inhalte knapp für Sie zusammen. Die kompletten Vortragsfolien können Sie auf unserer Website unter Downloads kostenlos herunterladen.

Nach einem Grußwort des BAFA Präsidenten Thorsten Safarik erläutertet Dr. Paul Steinbach aus dem Bundeswirtschaftsministerium die Hintergründe zur Novellierung des EEG wie z.B. das Auslaufen der beihilferechtlichen Genehmigung, der Beginn der Post-EEG-“Ära“ sowie den Beginn der Haushaltsfinanzierung des EEG seit 2021.

Die neuen Rahmenbedingungen der BesAR mussten außerdem an die kurzfristigen Auswirkungen der CoVid 19 Pandemie angepasst werden damit stromkostenintensive Unternehmen, die hierdurch besonders betroffen wurden, weiterhin antragsfähig bleiben.

Durch die Marktreife neuer strombasierter Technologien wurden, wie von uns berichtet, neue Entlastungsoptionen im Rahmen der Besar eingeführt: Wasserstofferzeugung in stromkostenintensiven Unternehmen, Vollbefreiung von der EEG-Umlage für die Erzeugung von „grünem“ Sauerstoff, Landstromversorgung von Seeschiffen und Elektromobilität im Bereich der öffentlichen Verkehrsmittel.

Hr. Dr. Steinbach erläuterte zudem die Bedeutung und die geplanten Änderungen der europäischen Umwelt- und Energiebeihilfeleitlinien (UEBLL). Die Überarbeitung soll zum 01.01.2022 in Kraft treten und sich insbesondere am EU Green Deal orientieren. Ein erster Entwurf der EU-KOM soll noch im ersten Halbjahr 2021 veröffentlicht werden.

Hr. Schurr vom BAFA erläuterte die veränderten Rahmenbedingungen der BesAR für stromkostenintensive Unternehmen. Er wies auf das Fehlen der beihilferechtlichen Genehmigung durch die EU-KOM für das EEG 2021 hin. Diese Information war jedoch am Nachmittag des gestrigen Tages bereits überholt, da die Genehmigung weitgehend erteilt wurde.

Die Corona Sonderreglungen im Rahmen der BesAR umfassen im Wesentlichen folgende Anpassungen: Wahlrecht „Zwei aus Drei“ der letzten drei Geschäftsjahre für den Nachweis der Antragsvoraussetzungen für die Antragsjahre 2021 bis 2024. Hinweis auf die anwendbaren durchschnittlichen Stromkosten des letzten Geschäftsjahres. Je Abnahmestelle ist im Antragsportal auch wählbar auf Basis welchen Jahres der Nachweis des Mindeststromverbrauchs erbracht werden soll. Die materielle Ausschlussfrist wurde insofern entschärft, dass der Nachweis der Zertifizierung kein ausschlussfristrelevantes Dokument mehr darstellt. Es erfolgte zudem für die kommenden Antragsjahre eine Absenkung der Schwellenwerte der Stromkostenintensität für Unternehmen der Liste 1, es gab jedoch Veränderung für Liste 2 Unternehmen.

Unternehmen, die aktuell Unterstützung bei der Beantragung der BesAR unter den veränderten Rahmenbedingungen benötigen, empfehlen wir ein kostenloses Erstgespräch, welches Sie direkt hier vereinbaren können.

Neue Entlastungstatbestände im Rahmen der besonderen Ausgleichsregelung

Herr Bonin vom BAFA stellte den neu eingeführten Entlastungstatbestand für Landstromanlagen zur Versorgung von Seeschiffen vor. Die Entlastung für die Versorgung von Seeschiffen mit Landstrom soll die großen Schadstoff- und Lärmemissionen durch die Bordstromerzeugung durch Dieselgeneratoren eindämmen. Da die Versorgung mit Landstrom derzeit nicht wirtschaftlich ist soll dies u.a. durch die Verringerung der Stromkosten gelingen.

Antragsberechtigt sind in diesem Fall die Lieferanten des Stroms, nämlich die Betreiber der Landstromanlagen. Im Gegensatz zur BesAR für stromkostenintensive Unternehmen sind hier jegliche Rechtsträger, also neben Unternehmen oder privaten Hafengesellschaften auch öffentliche Betreiber von Landstromanlagen antragsberechtigt. Interessant ist insbesondere die Ermittlung der Mindestmenge von 100.000 kWh. Hier ist nicht der einzelne Ladepunkt, sondern die Gesamtheit der Landstromanlage relevant. Das Nachweisjahr ist abweichend von der BesAR für stromkostenintensive immer das letzte Kalenderjahr, nicht das Geschäftsjahr. Landstromanlagen die erstmal Strom an Seeschiffe liefern, können einen Antrag auch auf Basis von Prognosedaten stellen. Die Begrenzung erfolgt auf 20 Prozent der EEG-Umlage bei einer jährlichen Antragsfrist zum 30. September, die jedoch keine materielle Ausschlussfrist darstellt. Es sind zudem kein Wirtschaftsprüfer und keine Zertifizierung erforderlich.

Fr. Nagel vom BAFA erläuterte die Entlastungstatbestände für die Wasserstoffproduktion. Eine Entlastung für die Produktion von Wasserstoff durch stromkostenintensive Unternehmen kann nach §64 a EEG erfolgen. Im Gegensatz zu §64 sind hier auch nicht-selbständige Unternehmenteile antragsberechtigt. Es kann die Anlage bzw. der in der Anlage verbrauchte Strom zur Herstellung von Wasserstoff entlastet werden. Es erfolgt eine Begrenzung auf 15 % der EEG-Umlage sowohl für Unternehmen als auch selbständige und nicht-selbständige Unternehmensteile. Caps und Super Caps können Anwendung finden, ein wesentlicher Vorteil liegt jedoch im Wegfall des Selbstbehalts von 1 GWh. Im Übrigen müssen nur Antragssteller, die Cap oder Super Cap, bezogen auf die jeweilige Bruttowertschöpfung, in Anspruch nehmen möchten, ein Wirtschaftsprüfertestat vorlegen.

Interessant für Unternehmen, die gerade die Investition in die Herstellung einer Wasserstofferzeugungsanlage planen: Für neu gegründete Unternehmen ist die rückwirkende Begrenzung seit Inbetriebnahme der Anlage möglich. Nach aktuellem Stand ist kein Bezug von Grünstrom für den Betrieb der Anlage erforderlich. Insbesondere zu diesem Punkt bleibt eine noch ausstehende Verordnung zur Herstellung von „grünem“ Wasserstoff abzuwarten.

Für die EEG-Vollentlastung von „grünem“ Wasserstoff sei im Übrigen nicht das BAFA zuständig, sondern der jeweilige Netzbetreiber.

Hr. Runte vom BAFA erläuterte den neuen Entlastungstatbestand für Elektrobusse. Zum Erhalt der intermodalen Wettbewerbsfähigkeit wurde neu auch eine EEG-Begrenzung für elektrisch angetriebene Busse geschaffen. Hierbei müssen mind. 100.000 kWh Fahrstrom im Nachweisjahr verbraucht worden sein. Die Entlastung kann durch Verkehrsunternehmen beantragt werden, die Linienverkehr mit elektrisch betrieben Busse betreiben. Elektrisch betriebene Busse dürfen über keinen zusätzlichen Verbrennungsmotor verfügen. Nachweiszeitraum ist das letzte abgeschlossene Geschäftsjahr. Die reguläre Antragsfrist endet jährlich am 30.06. Abweichend hiervon gibt es Ausnahmen u.a. für neu gegründete Unternehmen oder solche die erstmals Verkehrsleistungen anbieten, die ihren Antrag auch bis 30.09. stellen können. Hierbei handelt es sich um materielle Ausschlussfristen. Unternehmen die sowohl Schienenbahnen als auch elektrisch betriebene Busse betreiben müssen sich auch zwei Mal im Antragsportal registrieren und zwei Anträge stellen.

BAFA veröffentlicht Durchschnittsstrompreise für stromkostenintensive Unternehmen – Besondere Ausgleichsregelung

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle hat den Auftakt in die diesjährige „BesAr-Saison“ eingeläutet. Es wurden die für die Ermittlung der relevanten Stromkosten erforderlichen Durchschnittsstrompreise für das Antragsjahr 2021 veröffentlicht. Diese sind unter folgendem Link zu finden: Link BAFA

Zum Hintergrund:

Die Durchschnittsstrompreise werden jährlich neu aus den im Rahmen der Antragsstellung gewonnen realen Stromkosten von Unternehmen ermittelt. Diese Preise sind für alle Antragssteller verbindlich anzusetzen um die Stromkostenintensität zu bestimmen. Um dem unterschiedlichen Verbrauchsverhalten gerecht zu werden, gliedern sich die Preise in acht Verbrauchszonen (0 – > 66,7 GWh) und jeweils acht Zonen für die Benutzungsstunden.

Bei Fragen zur besonderen Ausgleichsregelung nach dem EEG kontaktieren Sie uns gerne direkt oder vereinbaren eine unverbindliche Erstberatung per Zoom.

Merkblatt für Landstromanlagen 2021 veröffentlicht – Besondere Ausgleichsregelung

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle hat erstmals ein Merkblatt für Anträge zur besonderen Ausgleichregelung für Landstromanlagen veröffentlicht. Das Merkblatt konkretisiert die Anforderungen an die Antragsstellung und ist hier abrufbar: Link BAFA

Zum Hintergrund:

Betreiber von Landstromanlagen für Seeschiffe haben mit der letzten EEG-Novelle (Erneuerbare Energien Gesetz) die Möglichkeit erhalten eine Begrenzung der EEG-Umlage auf 20 Prozent des Regelsatzes zu beantragen. Der Begrenzungsantrag ist erstmals bis zum 31.03.2021 online über das Antragsportal ELAN-K2 zu stellen und ist noch für das laufende Kalenderjahr wirksam. Anträge für das Kalenderjahr 2022 müssen bis zum

Wesentliche Voraussetzungen für eine Antragsstellung sind:

  • Ausschließliche Lieferung von Strom an Seeschiffe
  • Keine dauerhafte Lieferung am Liegeplatz (z.B. Restaurantschiffe)
  • Die gelieferte und verbrauchte Strommenge muss mind. 100.000 kWh im letzten Kalenderjahr betragen haben

EK360 berät und unterstützt seit vielen Jahren stromkostenintensive Unternehmen bei der Beantragung der besonderen Ausgleichsregelung. Sollten Sie als Betreiber eine Landstromanlage Unterstützung benötigen, sprechen Sie uns gerne an oder buchen einen unverbindlichen Termin zur Erstberatung.

 

 

Änderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (BEHG) – Veranstaltungshinweis DEHSt

Am 10. November ist das erste Änderungsgesetz zum Brennstoffemissionhandelsgesetz in Kraft getreten. Hierin werden insbesondere die Emissionspreise für den Zeithorizont bis 2025 festgelegt.

Der Preispfad im nationalen Emissionshandel wird wie folgt gelten:

  • 2021: 25,00 Euro
  • 2022: 30,00 Euro
  • 2023: 35,00 Euro
  • 2024: 45,00 Euro
  • 2025: 55,00 Euro

Das Brennstoffemissionshandelsgesetz betrifft zunächst die Inverkehrbringer von Brennstoffen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sich hierdurch die Preise für Erdgas, Heizöl, Treibstoffe etc. entsprechend erhöhen. Sollte Ihr Energielieferant diese Kosten an Sie weiterreichen wollen, empfiehlt sich eine Prüfung der Energielieferverträge. Nicht alle Lieferverträge sehen gültige Regelungen für diese Fälle vor.

Für besonderes stark von derartigen Zusatzbelastungen betroffene Unternehmen wird es einen Ausgleichsmechanismus geben, zu dem wir detaillierter berichten werden, wenn verbindliche Informationen hierzu vorliegen. Für Unternehmen die bereits am europäischen Emissionshandel teilnehmen besteht zudem das Risiko der Doppelzählung von Emissionen in beiden Emissionshandelssystemen.

Sofern Ihr Unternehmen hiervon betroffen ist sprechen Sie uns gerne an!

An dieser Stelle noch ein Hinweis auf eine Onlineveranstaltung der DEHSt (Deutsche Emissionshandelsstelle): Am 04. Dezember informiert die Behörde über die Vollzugsmaßnahmen im Rahmen des nationalen Emssionshandels. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kurz vor der Veranstaltung über einen Link auf der folgenden Seite möglich: Veranstaltungshinweis – Vollzug des BEHG

 

Bundesnetzagentur veröffentlicht Leitfaden zum Messen und Schätzen

Und hier auch direkt unser erster fachlicher Beitrag im neuen Gewand:

Die Bundesnetzagentur hat den finalen „Leitfaden zum Messen und Schätzen“ bei EEG-Umlagepflichten veröffentlicht. An diesem orientiert sich auch das BAFA im Rahmen der Besonderen Ausgleichsregelung und folglich für weitere Netzumlagen.

Kernelement des neuen Leitfadens sind neben dem mess- und eichrechtskonformen Messen weitere Vereinfachungen und veranschaulichende Beispiele, an denen weitergeleitete Mengen ermittelt und abgegrenzt werden können. Immer wieder auftauchende Anwendungsfälle wurden in White- und Black-Listen eingruppiert. Die bekannten Prüfpunkte für die Ermittlung der Betreibereigenschaft der elektrischen Verbrauchsgeräte (1. Tatsächliche Sachherrschaft, 2. Eigenverantwortliche Bestimmung der Arbeitsweise und 3. Wirtschaftliches Risiko) bleiben unverändert bestehen.

Von einem geringfügigen Verbrauch kann bei einer Leistungsaufnahme von maximal 0,4 kW im Dauerbetrieb ausgegangen werden. Dazu zählen u.a. Büro- und haushaltsübliche Standardgeräte, aber auch WLAN-Router, Repeater zur Signalverstärkung und Alarmanlagen. Auch fallen unter den Geringverbrauch Verbraucher mit einer höheren Leistungsaufnahme, die eine deutlich eingeschränkte Betriebsdauer wie Wasserkocher, Multifunktionsdrucker, Reinigungsdienste und zeitweise tätige Handwerker. Sonstige größere Verbraucher außerhalb der typischen Anwendungsfunktionen, bspw. größere auf Dauer angelegte Baustellen und Computer-Server, zählen nicht mehr zu den geringfügigen Strommengen, und müssen folglich abgegrenzt werden. Die Möglichkeit des Schätzens existiert weiterhin unter hohen Vorgaben und sollte nur nach Prüfung aller Vereinfachungsmethoden angewendet werden.

Welche Vereinfachungsregelung zur Abgrenzung jeweils herangezogen werden kann, hängt immer von den tatsächlichen Gegebenheiten ab, und muss vom Unternehmen individuell geprüft und für einen Dritten nachvollziehbar umgesetzt werden. Unternehmen die sich aktuell noch mit der Umsetzung Ihres Messkonzeptes befassen unterstützt EK360 gerne auf Anfrage. Vereinbaren Sie zum Beispiel einen kostenlosen 30 minütigen Telefontermin hier auf der Website.

Die relevanten Dokumente der Behörden finden Sie unter den folgenden Links:

Link BNetzA

Link BAFA

In eigener Sache

Wir starten ab sofort durch als Energiekosten 360 GmbH. Bisher habe ich barth.energy services als Einzelunternehmen betrieben. Durch die positive Entwicklung und zahlreiche erfolgreiche Geschäftsbeziehungen die seit 2017 entstanden sind, habe ich mich entschlossen das Unternehmen auf eine solidere Basis zu stellen und wachstumsfähig zu machen. Mit neuem Namen, neuer Gesellschaftsform und angepasstem Auftritt wollen wir uns noch intensiver um die Energiestrategien unserer Kunden kümmern und dazu beitragen Energiekostenoptimierung mit den umfassend präsenten Herausforderungen unserer Zeit zu vereinen.

Ich freue mich auf dieses neue Kapitel und danke insbesondere den Kunden und Partnern die mich bisher auf diesem Weg begleitet haben!

Ihr Christoph Barth

Eigenerzeuger: Neue Meldepflicht zum 31. Mai beachten

Betreiber von Eigenerzeugungsanlagen mussten bis Ende 2019 eine förmliche Einzelerlaubnis für die steuerfreie Entnahme eigenerzeugter Mengen bei ihrem Hauptzollamt beantragen.

Betroffen sind folgende Anlagen:

  • Erneuerbare-Energien Anlagen größer 2 MW
  • Anlagen zur Stromerzeugung
  • Anlagen bis zu 2 MWel aus erneuerbaren Energieträgern oder hocheffizienter KWK

Doch die Novellierung der Stromsteuerentlastungen Mitte letzten Jahres führt auch in 2020 zu neuen Meldepflichten: So müssen Erlaubnisinhaber die Hocheffizienz und den Monats- oder Jahresnutzungsgrad für jede hocheffiziente KWK-Anlage bis zum 31. Mai für das vorangegangene Kalenderjahr nachweisen.

Wer in 2019 keine Erlaubnis für die betroffene Anlage beantragt hat, muss den hiermit erzeugten Strom zunächst versteuern und kann die möglichen Entlastungen beantragen. Hierzu muss als erlaubnispflichtiger Eigenerzeuger bis spätestens 31. Mai die Strom- und Energiesteueranmeldung für das Jahr 2019 ggü. dem zuständigen Hauptzollamt abgeben werden. Anträge auf Entlastung von der Stromsteuer zum Beispiel für die im räumlichen Zusammenhang selbst erzeugten und verbrauchten Strommengen sind bis spätestens 31. Dezember zu stellen.

Sollten Sie Fragen zu diesem Thema haben und Unterstützung in der Kommunikation gegenüber Ihrem Hauptzollamt benötigen, sprechen Sie uns gerne an.